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Musikalischer Adventskalender

Öffnen Sie jeden Tag "ein Türchen" und hören Sie dabei zwischen dem 1. und 24. Dezember das Gesamtwerk des "Wohltemperierten Klaviers - Band 1" von Johann Sebastian Bach. Es spielen: Nele Wilcken, Angela Nicke-Wagemester, Fabio Paiano und Andreas Maurer-Büntjen

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Das "Wohltemperierte Klavier" von Johann Sebastian Bach ist ein Klavierzyklus durch alle 12 Dur- und alle 12 Moll-Tonarten. Bach hat den 1. Band 1722 - vor 300 Jahren fertig gestellt.
Der Titel "Wohltemperiertes Clavier" bezieht sich auf die Stimmungsverhältnisse, die sich im 18. Jahrhundert als Kompromiss als Basis der heute gebräuchlichen Stimmung heraus kristallisiert haben.
Davor unterschied man zwischen dem Chorton (=einen Halbton höher als der heutige Kammerton) und dem Orchesterton (= "alte Stimmung/historische Stimmung" für Orchester - einen Halbton tiefer als der heutige Kammerton).
Zudem orientierte man sich bis dahin an den gebräuchlichen Tonarten, die man damals sehr sauber stimmte. Die selten verwendeten Tonarten klangen damals recht schauerlich!
Schon Pythagoras entdeckte als Mathematiker, dass die Aufteilung der Halbtonschritte nicht rund aufging. Deshalb musste man immer Kompromisse eingehen.
Die sog. "wohltemperierte Stimmung" verteilt die Ungenauigkeit dabei gleichmäßig auf alle Halbtonstufen. Damit gibt es keine reinen Intervalle mehr, wenn mann von der Oktave absieht, die immer sauber intoniert sein muss!
Unsere Ohren haben sich mittlerweile an die "unsaubere - wohltemperierte Stimmung" gewöhnt.

Bach war immer an Neuerungen interessiert und hat sich deshalb diesem Thema angenommen. Er wollte mit seinem Werk für Tasteninstrument beweisen, dass man mit diesen Stimmungsverhältnissen tatsächlich in allen Dur- und Molltonarten spielen kann. Spätestens in der Zeit der Romantik gab es kein Halten mehr vor dem Gebrauch aller 24 Tonarten...

Das "wohltemperierte Klavier" ist heute ein Standartwerk des Klavierfachs, aus dem jeder Musikhochschulstudent in der Regel mindestens ein Werk erlernt.

Bach ordnet nach meinem Dafürhalten jeder Tonart einen entsprechenden Charakter zu, der den Hörenden vermittelt, dass es einen Unterschied macht, ob man ein Musikstück in einer bestimmten Tonart oder in einer anderen Tonart spielt.
Für mich als Musiker "mit absolutem Gehör" treffen Tonart und Charakter, wie sie von Bach komponiert wurden, absolut zu 100% nachvollziehbar aufeinander.

Sprechen Sie mich gerne an, wie Sie das sehen und welche Erfahrung Sie mit den Stücken des "wohltemperierten Klaviers" machen, wenn Sie sich nach Möglichkeit alle Stücke des musikalischen Adventskalenders anhören.
Ich wünsche Ihnen viel Freude - wir als ausführende Musiker:innen hatten dies bereits bei der Herstellung der Aufnahmen.
Ihr Andreas Maurer-Büntjen