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Eine alte Dame hat sich verabschiedet

PRESSEMITTEILUNG

der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Segeberg und des Fördervereins Marienkirche e. V.

Marienkirche zu Weihnachten ohne (große) Orgel

Das Hauptschiff der Marienkirche und der Altarraum erstrahlen nach Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten in festlichem Glanz. Die Weihnachtsfeiertage können kommen, aber leider ohne die große Orgel.

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Früher als geplant wurde sie in der Zeit vom 07. – 11. Dezember 2021 von einer polnischen Orgelbaufirma abgebaut, in Polen aufgearbeitet und an anderer Stelle wieder in Betrieb genommen.

Diese Entscheidung wurde notwendig, weil durch die Baumaßnahmen in der Marienkirche über längere Zeit eine deutlich erhöhte Luftfeuchtigkeit im Kirchenraum herrschte. Umfangreichen Absicherungsmaßnahmen zum Trotz war die Orgel erheblichen Staub- und Schmutzbelastungen ausgesetzt. Begünstigt dadurch konnte sich der in historischen Räumen ohnehin vorhandene ungefährliche Schimmel in der Orgel auf allen Holzteilen ausbreiten. Bei fortgesetzter Benutzung des Instrumentes würden Luftverwirbelungen die Schimmelsporen in der gesamten Kirche verteilen. Auch andere organische Nährböden (Hölzer, organische Farben) sowie das Schnitzwerk am Altar oder die Kanzel könnten besiedelt werden.

Schon im Mai 2008 bescheinigte der Orgelsachverständige der Nordkirche, dass die Orgel in der Marienkirche aufgrund erheblicher technischer und klanglicher Defizite durch einen Neubau ersetzt werden solle. Der derzeitige Aufstellungsort der Orgel führt dazu, dass der Klang der Orgel im hintersten Gewölbe „hängen“ bleibt und sich nicht optimal im Raum verbreitet.

Die „historische“ Orgel

Zum Glück ist der Klang unserer historischen Orgel in der Marienkirche durch eine CD-Einspielung von Kirchenmusikdirektor Andreas Maurer-Büntjen für die Nachwelt erhalten. Die CD kann nach den Gottesdiensten und im Kirchenbüro für eine Spende ab 10 Euro erstanden werden. Gleichzeitig dient diese Spende der Finanzierung der neuen Orgel.

Die neue Orgel

Der Kirchengemeinderat beschloss bereits im Sommer 2009 die Orgel durch einen Neubau zu ersetzen. Man entschied sich 2016 für den renommierten Orgelbaubetrieb Claudius Winterhalter aus dem Schwarzwald - www.orgelbau-winterhalter.de der bereits zahlreiche hochwertige Orgeln in Deutschland geschaffen hat.

Der folgende Link führt zu einem Video über den Orgelbauer Winterhalter, welches aus Anlass der Ernennung der Orgel und des Orgelbaus zum UNESCO Weltkulturerbe vom Südwestrundfunk (SWR) gesendet wurde: www.orgelbau-winterhalter.de

Herr Winterhalter spielt selbst Orgel und hat als Musiker ein gutes Gespür für Klangfarben und deren exakte Abstrahlung in den Raum. Seine Instrumente klingen an jedem Platz perfekt abgestimmt.

Handwerkliche Qualität

Jede Orgel ist ein Unikat und wird handwerklich gefertigt: Metall, Zinn, Blei und Holz – eine Orgel wird aus vielerlei Materialien gebaut. Wie bei einem Puzzle setzen die hochqualifizierten Orgelbauer 30.000 bis 40.000 oder mehr kleine Bauteile zusammen, bis eine Orgel zur Spielfertigkeit heranreift. Orgelbauer verstehen sich als handwerkliche Künstler.

Langlebigkeit und Nachhaltigkeit

Eine qualitativ hochwertige Orgel hält bei angemessener Pflege und Wartung 300 Jahre und länger. In der näheren Umgebung Bad Segebergs, z. B. in Lübeck und Hamburg, in ganz

Deutschland, Holland und Frankeich finden sich bedeutende Orgeln, die 300 Jahre und älter sind und noch heute bespielt werden. Sie bezeugen die herausragenden handwerklichen Fähigkeiten der damaligen Orgelbaumeister. Diese wertvollen Instrumente konnten seinerzeit nur mithilfe wohlhabender Mäzene und Kaufleute errichtet werden. Die Namen der Wohltäter sind zu Recht bis heute unvergessen.

1 Mio. EURO bis 2023

In den vergangenen acht Jahren wurden durch kreative Spendenanlässe (z. B. „Pfeifenpatenschaften“) 400.000 Euro zugunsten des Orgelneubaus eingeworben. Allerdings wird noch 1 Mio. EURO bis 2023 benötigt, um den Bauauftrag erteilen zu können.

Unter marienkirche-foerderverein.de kann auf vielfältige Weise für den Orgelneubau gespendet werden. Wer sich darüber hinaus finanziell einbringen möchte, wende sich für ein persönliches Beratungsgespräch gern an den Vorsitzenden des Fördervereins Marienkirche e. V., Prof. Asmus J. Hintz ( 0176 - 985 951 83) oder an den Schatzmeister des Fördervereins, KMD Andreas Maurer-Büntjen (0179 – 49 00 323), um die diversen Möglichkeiten zu erörtern.